Telekom Entertain nur noch VoIP für Neukunden

Mit einer der Gründe, warum ich immer ein Verfechter der Telekom war, ist nun wohl auch bald Geschichte. POTS und ISDN sterben langsam aber sicher aus …

Nur noch NGN/VoIP bei Entertain

Mehrere Seiten berichten unter Berufung auf teltarif.de, dass ab sofort nur noch Telekom Entertain und Call & Surf VDSL Anschlüsse mit NGN/VoIP gebucht werden können – dabei sei es egal, ob es telefonisch, per Internet oder in einem Shop gebucht wird. Eine Option für ISDN oder POTS (Analog) gebe es nicht mehr.

Viele Kunden – wir auch – zählen auf eine vom Internet unabhängige Leitung – oder bei ISDN sogar 2 B-Kanäle. Fällt bei NGN/VoIP der Internet-Anschluss aus, so ist man auch telefonisch nicht mehr erreichbar.

Eine ausgereifte Technologie

Die ersten VoIP-Anschlüsse von 1&1 waren damals noch ein wenig wie Glücksspiel. Echos, schlechte Sprachqualität und instabile Verbindungen gehören aber wohl auch der Vergangenheit an. Sonst würde die Telekom dieses Produkt auch nicht mit aller Macht versuchen in den Markt zu drängen. Denn ein erhöhtes Supportaufkommen in dem Bereich, der immerhin mal das Kerngeschäft der Telekom war – der Telefonie – kann und will sich der Bonner Konzern sicher auch nicht leisten.

Keine Option?

Die Ankündigung der Telekom vorerst keine Bestandskunden auf die neuen NGN/VoIP Anschlüsse umzustellen, ist schön und gut. Was passiert aber nun, wenn ich umziehe und auch den gewöhnten Komfort meines ISDN Anschlusses am neuen Wohnort nutzen möchte? Noch gibt es die Call & Surf Tarife (ausser VDSL), die einem einen POTS bzw. ISDN Anschluss ermöglichen. Im Zuge der All-IP-Strategie werden diese aber sicher auch irgendwann wegfallen.

Was passiert, wenn …

… ich einen Tarifwechsel innerhalb des Telekom Entertain Tarif-Portfolios mache?
… ich ein ISDN-Modem nutzen möchte (ich habe noch eins :))
… Call-by-call nutzen möchte?
… man Drittanbieter-Router nutzen möchte? Bekommt man die VoIP-Login-Daten die man in eine Fritz!Box eintragen kann?

Ich hoffe diese und die anderen Fragen bald beantwortet zu bekommen – was liegt Euch zu dem Thema auf dem Herzen? Oder sehe nur ich das so, dass ein richtiger ISDN oder POTS Anschluss durchaus seine Vorteile haben kann?

(Danke auch für die Tipps per Email)

Update: Hier der Link zur Infoseite der Telekom

Veröffentlicht von Christian Hans

Familienvater, Ehemann, IT-Analyst, Blogger, Telekom VDSL und iPhone Enthusiast, Touran-(Pampersbomer)-Fahrer, Social-Network-Addicted, ... Geek.

27 Kommentare

  1. Ich habe seit ca. 2 Wochen Entertain IP Comfort und muss sagen absolute Weltklasse. Vorher hatte ich einen Analog-Anschluss und immer Echos auf der Leitung sowie oftmals DSL-Abbrüche. Seitdem mein Port getauscht wurde im Zuge der Produktumstellung habe ich keinen einzigen Abbruch mehr erlitten. Ich bin 24 Stunden am Tag telefonisch erreichbar und kann wenn ich Lust habe alles mit einem Klick im Kundencenter verwalten.

    Für mich gibt es keinen Grund einen Analog oder ISDN Anschluss im klassischen Sinn noch zu haben oder zu buchen. Sollte er doch mal ausfallen, kann ich binnen Minuten auf mein Handy umleiten und zahle nichts dafür. Dann melde ich meine Störung und binnen 48 Stunden ist alles wieder in Ordnung, da man als Entertain Kunde eine schnellere Entstörungszeit hat als andere Kunden.

    Also, weg mit ISDN und dem ganzen alten Zeugs…..:-)

  2. Wie sieht es mit den Businessanschlüssen aus? Werden diese auch auf VoIP umgestellt? Wenn ja: wie wird eine betriebsverpflichtende Notfallleitung, welche 230V unabhängig sein muss sichergestellt?

  3. @Jens: “Sollte er doch mal ausfallen, kann ich binnen Minuten auf mein Handy umleiten und zahle nichts dafür.”
    …kannst Du das erklären? Wie kannst Du binnen Minuten aufs Handy umleiten, wenn DSL ausfällt? Wieso bezahlst Du nichts für die Umleitung?

    @Christian/Alle: Als ich letzte Woche geschaut hatte, ob ich bei meinem Anschluss (Analog, C&S VDSL50) noch etwas optimieren kann (ich liebäugle schon paar Monate mit Entertain), musste ich mit Entsetzen feststellen, dass der klassische Analoganschluss damit nicht mehr angeboten wird. Dass die Telekom irgendwann umstellen würde, war klar, ist nur eine Frage der Zeit, spart in der Infrastruktur Geld (vor kurzem war in der c’t oder in der Technology Review ein hochinteressanter Artikel zu diesem Thema, die nicht nur die unternehmerischen Auswirkungen, sondern auch die Volkswirtschaftlichen ausgelotet haben). Ich habe seit ich mit DSL unterwegs bin darauf geachtet, einen vollwertigen Analoganschluss zu haben. Fällt DSL oder noch schlimmer der Strom aus, kann ich i.d.R. immer noch telefonieren. Wenn während eines Stromausfalles etwas passiert und ich brauch Hilfe, hilft mir oft auch kein Handy mehr, wohl aber der schöne alte Analoganschluss. Nebst dem Vorteil CbC zu nutzen abgesehen.

    Die Fragen brennen mir auch unter den Nägeln.

    CbC geht zumindest bei anderen Anbietern mit Bitstream/VoIP-Anschlüssen nicht.

    Ach ja, die Fritz!Box-(DSL/VoIP)-Zugangsdaten kann man wunderbar auslesen, entweder von Hand oder mit einem Tool. Einfach googlen nach Fritz Zugangsdaten auslesen.

    • @Martin: Ich zahle nichts, weil ich entweder direkt selbst von meinem Handy auf das Kundencenter zugreife und die Umleitung setze oder weil ich die Störungshotline von meinem Handy darum bitte, wenn ich die Störung melde. Das bieten die als Service an umzuleiten, solange die Störung besteht.

  4. Das finde ich garnicht gut da ich noch jemand bin der öfters mal noch ein Fax versendet ist das mit einen VOIP anschluß immer noch sehr problematisch daher stehe ich auf die Analoge 7 ISDn anschlüße , schonmal versucht ninn Farbfax über voip zu schicken ? fast nirgends möglich da zuviele fehler porduziert werden selbst Sw geht nicht überall

  5. Ich habe mich gerade mal gefragt, was die Telekom für eine Notfallstrategie hat, wenn DSL ausfällt und ich mich währenddessen in einer Notsituation befinden sollte (z.B. Herzinfarkt).

    Aktuell ist es so, dass die Rettungsleitstelle aus der Nummer des Anrufers grundsätzlich den Namen und Einsatzort erhält. Der Call-Center Agent hat sich über diese Frage lustig gemacht und gefragt, ob ich planen würde in eine solche Notlage zu geraten.
    Desweiteren hätte sowieso jeder Mensch mittlerweile ein Handy und sollte selbiges grundsätzlich bei sich tragen.

    Gut durchdacht, liebe Telekom. Eine Art Backupleitung scheint es für eine solche Situation nicht zu geben.

    • Auf der verlinkten Telekom Infoseite steht, dass die Leitungen auch für Notrufe tauglich sind.

      Der Notruf funktioniert bei Call & Surf IP genauso wie beim herkömmlichen Telefonanschluss (Anschlusstyp Standard und Universal).

      • Damit ist nur gemeint, dass man die Notrufnummer wählen kann und in der Notrufleitstelle der “Anschluss” zugeordnet/anzeigt wird.

        Damit ist nicht gemeint, dass man während eines VoIP-Ausfall trotzdem noch telefonieren kann!

    • Ich behaute mal, dass die Telekom das Produkt in Deutschland niemals auf dem Markt hätte bringen dürfen wenn im Notfall kein Notruf abgesetzt werden kann. Da ich auch bei einem VoIP Provider mal gearbeitet habe, weiß ich das sowas bei uns Bestandteil der Endabnahme war das dieses IMMER und zu JEDER Zeit möglich sein muss. Ansonsten bekommt man keine Freigabe für das Produkt.

      • Das was Du meinst, ist die Möglichkeit, den Notruf absetzen zu können, wenn eine Verbindung ins VoIP-Netz besteht. Diese Vorgabe gibt es tatsächlich.

        Doch Voraussetzung für einen Notruf, normales Telefongespräch oder Fax, ist bei VoIP eine aktive IP-Verbindung zum VoIP-Server (bei Privatkunden i.d.R. übers Internet). Wird diese Verbindung gekappt/unterbrochen, weil z.B. die Internetverbindung ausfällt, so ist es technisch nicht möglich, einen Notruf abzusetzen oder irgend eine andere Telefon-/Fax-Verbindung aufzubauen: Die Leitung ist schlicht “Tot”. Das Internet fällt viel häufiger aus, als der klassische Telefonanschluss. Beim klassischen Anschluss kannst Du auch noch telefonieren (rausrufen oder angerufen werden), wenn gerade keine Internetverbindung besteht und merkst daher u.U. vom Ausfall der Internetverbindung nichts.

        Mal ganz unabhängig davon, dass bei einem Stromausfall bei Dir zu Hause mit einem VoIP gar nichts mehr geht: Dann fehlt schon der Strom, um eine Internetverbindung überhaupt aufbauen zu können. Ein klassischer Telefonanschluss bringt hingegen seine eigene Stromversorgung mit.

        Warum glaubst Du, weist die Telekom ausdrücklich darauf hin, dass der VoIP-Anschluss nicht für Notrufsysteme in Aufzügen o.ä. geeignet ist und man dafür doch bitte auf die Kundenbetreuung zugehen soll? ;)

  6. Doch dem ist so, hinter jedem IP Anschluss wird immernoch ein analoger Anschluss geschaltet. So gehen die Anrufe auch bei DSL ausfall raus.

    Gruß Markus

    Nicht alles ist schlecht :-)

    • Und wie kommst Du zu dieser Erkenntnis? Hinter dem IP-Anschluss steckt laut Hotline kein analoger Anschluss mehr bzw. Du kannst darüber nicht telefonieren. VoIP setzt auf dem IP-Protokoll auf. Ohne Internet-Verbindung (TCP/IP) ist auch keine Sprache über IP (VoIP) möglich. Übrigens, auf der im Beitrag verlinkten Infoseite der Telekom steht ein großer Warnhinweis, dass der IP-Anschluss nicht für Notrufsysteme u.ä. geeignet ist! Und das hängt eben mit VoIP zusammen.

      Es hat niemand gesagt, dass VoIP schlecht ist, ich weiß nur die für mich überwiegenden Vorteile des klassischen Analoganschlusses zu schätzen. ;)

  7. … ich einen Tarifwechsel innerhalb des Telekom Entertain Tarif-Portfolios mache?
    Gegenwärtig wird auf Kundenwunsch auf IP Umgestellt, ansonnsten belibt die Anschlussart.
    … ich ein ISDN-Modem nutzen möchte (ich habe noch eins )
    Wenn man z. B. EC Karten Terminals betreiben möchte oder ein altes Hausnotrufsystem gibt es nach wie vor möglichkeien.
    … Call-by-call nutzen möchte?
    Geht schon länger per IP
    … man Drittanbieter-Router nutzen möchte? Bekommt man die VoIP-Login-Daten die man in eine Fritz!Box eintragen kann?
    Ich mach das an meiner 7390 so. Die VoIP Zugangsdaten sind die gleichen wie die E-Mail.

    Informierst du dich eigendlich ein bisschen bevor du nen Blogeintrag schreibst?!

    • Danke für die PDF – sind ja ähnliche Informationen wie auf der Infoseite.

      Ich werde erstmal meinen ISDN Anschluss behalten und dann irgendwann mal – wenn es einige Zeit läuft – wechseln.

  8. Also ich möchte auf gar keinen Fall auf das analoge Telefon verzichten. Dsl-Ausfälle habe ich schon sehr oft gehabt und teilweise 2 Tage lang dafür funktioniert meine Analogleitung immer. Außerdem wenn ich umgestellt werde dann möchte ich auch 18,95€ weniger bezahlen da mein Anschluss wegfällt (18,95 Basisanschluss für Telefon ohne Flat oder Freiminuten). Aber sobald es soweit ist werde ich kündigen, hole mir die Flat für das Handy und Internet über Kabel.

    • recht so, wenn viop, dann bitte der anschluss erheblich billiger. sonst bleibe ich gern bei isdn, dem viop habe noch nie getraut. meine eltern haben des bei vodafon. hätt ich gewusst, dass das viop ist bei denen… manchmal klingelts gar nicht wennich da anruf, bzw höre den klingelton auch nicnt. drekkszeuch.

  9. Weis jemand zufällig ob man bei den neuen Anschlüssen noch eine Zwangstrennung nach 24 Stunden hat? Wäre ja blöd wenn man telefoniert und wird dann deswegen eventuell unterbrochen.

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