Netzneutralität vs. Datenmaut

Unter dem Schlagwort Netzneutralität fällt wohl die Schlagzeile, dass die Deutsche Telekom von einigen Dienstanbietern möglicherweise zukünftig (mehr) Geld verlangen möchte.

Laut Golem.de sollen unter Umständen Dienstanbieter wie Google (Youtube) zukünftig mehr für eine bessere QoS (Quality of Service) zahlen.

Datenvolumen im Internet verdoppelt sich alle paar Monate

Etwa alle 9 Monate verdoppeln sich die Datenmenge die pro Sekunde im Internet übertragen wird. Die Carrier, wie die Deutsche Telekom, und Backbone-Anbieter müssen ihre Infrastruktur immer den Gegebenheiten und den zukünftigen Anforderungen anpassen und der Endkunde zahlt Monat für Monat weniger für seinen Breitbandanschluss. Da bleibt als Möglichkeit der Finanzierung noch die großen Verursacher der Daten – als Beispiel passt hier Youtube. Bei Youtube werden pro Tag zwei Milliarden Videos ausgeliefert (Stand Mai 2010 – im Oktober 2009 feierte man noch eine Milliarde), die eine Menge Datenverkehr verursachen.

Um Youtube nun einen gewissen Teil der Investitionskosten aufzubrummen, könnte eine Art Maut für diese großen Anbieter fällig werden. Dazu ein Video – wie passend – bei Youtube.

Immer mehr landet in der Cloud, immer mehr wird gestreamt – wer sollte für die Kosten aufkommen? Was meint Ihr?

Autor: Christian Hans

Familienvater, Ehemann, Business Systems & VMware Specialist, Blogger, Telekom Entertain und iPhone Enthusiast, Tiguan-Fahrer, ...

6 Gedanken zu „Netzneutralität vs. Datenmaut“

  1. An sich sind wir es ja alle.
    Wir schauen uns das ja alle an.
    Downloaden damit das was Youtube und Co hochladen müssen.

    Komplizierte Sache ist das. Ich frag mich nur wie sich die Traffic verdoppeln kann wenn die Leute nicht wirklich mehr machen.
    Mein Anschluss ist 24 h am Tag fast 50 % immer ausgelastet. Ich kann ja schlecht auf einmal mehr Traffic machen, weil mehr einfach nicht geht. (Ist bei DSl 3000 auch nicht so schwer)

  2. ja du betrachtest ja nur dich, aber du musst sehen, dass immer mehr leute internet haben und meine eltern z.B. zaghaft sich rantasten. und wenn die anfangen von heute 3 webseiten am tag zu morgen 20 videos pro tag, dann macht das schon einen unterschied.

    ich frage mich aber eigentlich was anderes: wenn ich bei seriösen hostern unterwegs bin, dann zahle ich traffic Gigabyte-weise. Wenn Youtube das auch eh schon machen sollte, dann ist doch alles ok?! ich hab immer das gefühl, dass die netzbetreiber hier krampfhaft nach geld suchen…

    und wer jetzt hier gleich schreibt, dass ja dann die endkunden entlastet werden, der kanns gleich bleiben lassen…sowas wandert direkt in die dividende der aktienbesitzer 😉

    so viel von mir dazu!

  3. Es gibt bereits schon jemanden, der all das zahlt: Der Endkunde. Jeder von uns zahlt für das, was ihm die Telekommunikationsdienstleister zur Verfügung stellen: Meine Eltern zahlen ihren Beitrag, ich ebenfalls. Und auch meine Freunde und Bekannte und entfernte Verwandte zahlen, jeder für sich. Dass die Telekom hier doppelt Gebühren einstreichen will ist nicht nur Frech, sondern teilt das Internet in Zukunft in eine Zwei-Klassengesellschaft. Während zum Beispiel ein zahlendes Amazon gut Bandbreite zugeteilt bekommt, schaue ich mit meinem Privatshop in die Röhre. Das kann nicht die Zukunft sein.
    Zudem: Auch wenn auf einmal fünf Millionen Menschen mehr im Internet surfen: Ich belege nicht mehr Bandbreite, sondern die anderen. Und die zahlen ihrerseits ja ebenfalls schon.

  4. Die Anbieter wie Google, Youtube, Apple, Microsoft, Facebook, Amazon etc pp zahlen ja jetzt auch sicher schon Geld für ihre Anbindung ans Netz und für deren CDN Anbindungen.

    Auf der einen Seite sollte die Telekom froh sein, dass es diese Anbieter gibt, denn sie „ziehen“ immer mehr Menschen ins Netz. Jetzt werden die teuren Investition mal genutzt – irgendwann muss wieder investiert werden und dafür sucht die Telekom nun scheinbar nach Sponsoren …

  5. Um die Frage von agentsmith1612 zu beantworten:
    Die Anschlüsse werden halt immer schneller.
    Angefangen vom Uralt Modem bis zum heutigen VDSL.
    Das macht schon einen Unterscheid.
    Und gerade kam bei Youtube(Google) erst die neue Funktion mit 1080p und höhere Auflösungen.
    Nicht für früher einfach nur PAL.

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